Hochgefahren – unter dem (Bus-)Boden der Tatsachen

Normalerweise stehen die 21 Solo- und Gelenkbusse von Engadin Bus mit allen vier oder sechs Rädern fest auf dem Boden. Nicht so in der Garage in St. Moritz: Hier heben Donato Giovanoli und sein Team die tonnenschweren Kraftfahrzeuge mühelos in die Höhe, um in der Unterwelt der Busse nach dem Rechten zu sehen. In diesem Labyrinth aus Schläuchen, Rohren, Stangen, Achsen, Gelenken und Zylindern verbirgt sich so manches Geheimnis.

  • 1/13Bereit für die Inspektion

    Die Flotte von Engadin Bus ist 21 Fahrzeuge stark. Im Morgengrauen lichten sich die Reihen im Bus-Depot in St. Moritz jeweils rasch. Während die Gefährten voll auf Achse sind, lenkt der eine oder andere Bus in der Halle manchmal die Aufmerksamkeit der Garagisten ganz auf sich.

  • 2/13Für die Kleineren unter den Grossen

    Der Hahnensee-Express steht im Winter hoch im Kurs. Als einer von fünf Setra S 415 NF gehört er zu den Leichtgewichten im Fuhrpark von Engadin Bus. Seine 12 Tonnen im Leerzustand bringt eine 2-Stempel-Unterflur-Hebebühne spielend zum Schweben. Für seine gelenkigen grossen Brüder wird jedoch schwereres und längeres Gerät aufgefahren.

  • 3/13Schienen frei für den Gelenkbus

    Er kommt, der Mercedes Benz Citaro O 530 G. Da, wo die Busse nach ihren Einsätzen eine Gesichtsreinigung erhalten, werden die schwergewichtigeren Exemplare von Engadin Bus geliftet. Doch wie kriegt man die 18 Meter langen Ungetüme in die Luft?

  • 4/13Ein Mann, ein Knopf

    Ein simpler Knopfdruck von Donato Giovanoli genügt, um den 28-Tönner ohne Anstrengung in die Höhe zu befördern. Begleitet vom Surren des Lifts hebt sich der Bus langsam aber sicher nach oben: 20 Zentimeter, ein halber Meter…

  • 5/13

    …und schon bald befindet sich der Garagenchef auf Augenhöhe mit den mächtigen Reifen, die jährlich 2.3 Millionen Fahrgästen eine sichere und sanfte Fahrt durchs Oberengadin bescheren.

  • 6/13Zeit für einen Gesundheits-Check

    Wenn der Bus mal tropft, ächzt, rattert oder hüstelt, erfolgen dank dem Bus-Lift Ventilkontrolle, Öl- oder Radwechsel und andere Service-Arbeiten am Unterboden bequem im Stehen. Nur für die Überprüfung der Klima-Anlage braucht es keinen Lift, diese geniesst nämlich – wie es sich gehört – die frische Bergluft auf dem Dach.

  • 7/13Operation am offenen Boden

    Die Fahrgäste im Innern des Busses ahnen nichts von dem Labyrinth aus Schläuchen und Rohren, das sich unter ihren Füssen erstreckt. Wie ein Chirurg weiss der Mechaniker ganz genau, wo im Organismus er bei einer Störung ansetzen muss.

  • 8/13Kunstvolle Mechanik

    Haben hier H.R. Giger und Jean Tinguely gemeinsame Sache gemacht? Was aussieht wie moderne Kunst, sorgt in Tat und Wahrheit für ein ausgeglichenes Fahrerlebnis: Schräg- und Längslenker stabilisieren die Bus-Achse, während der Achsmodulator die Luftdruckzufuhr zu den Bremszylindern reguliert.

  • 9/13Cool bleiben

    Nicht nur heisse Luft: Damit die Luftfederung und Türen im Engadin Bus optimal funktionieren, benötigen sie – Überraschung – komprimierte Luft. Um diese auf ihrem Weg vom Luftkompressor zu den Ventilen auf die nötige Temperatur herunter zu kühlen, wird sie auf einen erfrischenden Umweg durch die Kühlspirale geschickt.

  • 10/13Viel Volumen

    Ein unauffälliges Kästchen mit gewaltiger Stimmkraft: Möchte der Chauffeur den wartenden Fahrgästen an der Haltestelle etwas mitteilen, braucht er dazu nicht aus dem Fenster zu rufen. Der kleine Lautsprecher an der Bus-Unterseite trägt seine Worte von der Führerkabine zuverlässig und voluminös nach aussen.

  • 11/13Unterm Rad

    Bei den 13.3 Millionen Personenkilometern, die die Engadin Busse jedes Jahr zurücklegen, überrascht es nicht, dass hin und wieder ein Schlauch ermüdet. In der Garage in St. Moritz wird der Bus von den Mechanikern sorgfältig unter die Lupe genommen und, falls nötig, repariert.

  • 12/13Aus alt wird neu

    Konzentriert öffnet der Mechaniker das Ventil und lässt das alte Öl in den bereitgestellten Auffangtrichter abfliessen. Dank regelmässiger Ölwechsel läuft bei Engadin Bus alles wie geschmiert.

  • 13/13Tü-ta-to! Der Dreiklang unterm Postauto

    Die blauen Engadin Busse teilen sich das Depot in St. Moritz mit 13 Postautos. Bei Letzteren versteckt sich im Busboden direkt unter der Führerkabine eine musikalische Überraschung: Das Dreiklanghorn ist jedem Kind bekannt. Was jedoch wohl nur die wenigsten wissen: Die berühmte Melodie hallt aus den tiefsten Lagen des gelben Gefährts auf den kurvigen Bergstrassen hoch hinaus.